Konferenz "Neue Chancen im Agrarsektor " mit dem usbekischen Bauernverband

Am 23. und 24. November fand in Taschkent die Konferenz "Neue Chancen im Agrarsektor" statt. Die Veranstaltung am Rande der Messe "UZAGROEXPO-2011" wurde von 130 Teilnehmern, darunter ca. 100 ehemalige Praktikanten, besucht. Über die Konferenz wurde mehrfach im usbekischen Rundfunk und Fernsehen berichtet. Ziele waren Informationen zur beruflichen Bildung, eine Jobbörse für ehemalige Praktikanten und Arbeitgeber sowie eine Stärkung der usbekisch-deutschen Beziehungen. Die Veranstaltung wurde von der GIZ, der OSCE und der Firma LEMKEN unterstützt. Die einleitenden Worte sprachen Tukhta Bozorov (usbekischer Bauernverband), Christopher Fronzek (Deutsche Botschaft Taschkent), Jens Rasmussen (OSCE in Usbekistan ) und Hartwig Mennen (LOGO e.V.).

Wie arbeiten ehemalige Praktikanten?
11tas ehemaligeEhemalige Praktikanten im Foyer des ITCAsliddin Ostanov leitet die Repräsentanz der Firma Agralis. Er importiert Zuchtvieh aus Deutschland und ist für zwei Molkereien in Taschkent und Samarkand verantwortlich. Er ist Arbeitgeber für 19 Mitarbeiter, darunter 5 ehemalige Praktikanten.
Oybek Aminov leitet einen ldw. Betrieb im Gebiet Samarkand. Auf seinen Pachtflächen produziert er Getreide, Futterpflanzen für seine Rinder und Milch.
Shahnoza Abdilakimova studiert an der Hochschule Osnabrück "Produkt- und Qualitätsmanagement in Landwirtschaft und Gartenbau". Sie will ihre Kenntnisse für Qualitätssicherungen in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelproduktion einsetzen.

Wo werden usbekische Praktikanten in Deutschland ausgebildet?
Dr. Jürgen Luft bewirtschaftet einen größeren Milchviehbetrieb in Hessen. Er bildete bereits mehr als 50 Pratikanten aus, davon 13 aus Usbekistan. Für Praktikanten sind die Haltung von Rindern, Melktechnik und Milchverarbeitung besonders interessant.
Dr. Ralf P. Schaab ist seit 1998 Betriebsleiter vom "Hof Erbenheim" Im Betrieb werden Äpfel angebaut, zu Saft verarbeitet und mit anderen Produkten direkt vermarktet. Bisher wurde dort ein usbekischer Student ausgebildet. Der Vater dieses Studenten bewirtschaftet Apfelplantagen in Karshi und hat vor kurzem ein großes Kühlhaus in Betrieb genommen.
Klaus Mruk leitet den kleinen Betrieb "Biohof von Bauer Klaus" in Brandenburg. Der Betrieb produziert Obst und Gemüse für den regionalen Markt und bildet schon seit mehreren Jahren usbekische Praktikanten aus.

Unternehmen aus dem Agrarsektor in Usbekistan

11tas konferenzpause(Konferenzpause mit den Referenten Orifjonov (Agralis), Abdilakimova (Hochschule Osnabrück) und Islomov (usbekischer Bauernverband)

Zuchtvieh-Export GmbH ist ein Zusammenschluss von 11 deutschen Zuchtverbänden, in denen 25.000 Zuchtbetriebe vereinigt sind. Über die Firma Zuchtviehexport GmbH wurden schon viele Milchrinder nach Usbekistan exportiert. Ehemalige LOGO Praktikanten leisten dabei Unterstützung.
Der usbekische Bauernverband zählt 70.000 Mitglieder und besteht aus 13 Gebiets- und 164 Regionalvereinigungen. In sieben regionalen Zentren bietet er seinen Mitgliedern neben der Beratung Seminare an. Er unterstützt seine Mitglieder in rechtlichen Aspekten und bei der Vermarktung. Für diese und andere Aufgaben werden neue Mitarbeiter gesucht.
Die Firma LEMKEN ist ein bekannter Hersteller von Landtechnik und schon einige Jahre mit einer Repräsentanz in Usbekistan vertreten. Seit kurzem gibt es ein Joint Venture mit der Firma "Tschirtschikselmasch". Ziel ist die Fertigung von Drehpflügen, Packern, Grubbern und Kreiseleggen in Usbekistan. Das Investitionsprojekt ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt, in deren Verlauf der lokale Fertigungsanteil schrittweise auf über 50 % ausgedehnt werden soll.
Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) betreibt ein Programm zur beruflichen Bildung in Zentralasien für den Agrarsektor. Dabei geht es insbesondere um eine stärkere Verknüpfung von Theorie und Praxis in der Ausbildung, um einen erfolgreichen Berufseinstieg zu unterstützen.
Die Firma INTERTEXSERVIS verkauft Landtechnik aus dem In- und Ausland für den usbekischen Markt. Aus Deutschland importiert INTERTEXSERVIS Landtechnik und Ersatzteile der Firmen AMAZONE, GRIMME, KRONE und LEMKEN.

Während und nach der Konferenz fanden viele Diskussionen unter den Teilnehmern statt. Neben dem fachlichen Informationsaustausch entstanden neue Beziehungen, die in die Zukunft hineinwirken. Die Kontakte zwischen ehemaligen Praktikanten und Arbeitgebern werden zu neuen Beschäftigungsverhältnissen führen.

LOGO dankt herzlich allen Mitwirkenden und den Unterstützern von GIZ, LEMKEN und OSCE. Ein besonderer Dank gilt Alisher Islomov und Nodirbek Orifjonov für die Vorbereitungen und Tukhta Bozorov und Fahriddin Saidov für die anregende Moderation.